Geschichten rund um den Bulli
Falls es Euch mal ähnlich ergangen ist, oder Ihr eine andere schöne Geschichte für uns habt, schreibt uns einfach.

 
Untermieter im Rechtslenker von Erich


Der Ventilator meiner Frischluftzufuhr im Bulli funktionierte nicht mehr und der defekte Motor musste ausgetauscht werden. Als ich nach einer Woche den Wagen aus der Werkstatt abholte, ahnte ich noch nicht, dass ich mir einen kleinen Beifahrer eingehandelt hatte. 


 
Zwei Tage später fand ich ein paar angefressene Trockentücher, eine angeknabberte 
Küchenrolle und die verdauten Reste auf einem Regal.

 
Nun sind Mäuse im Normalfall recht niedlich, aber ich hatte nun auch damit zu rechnen, dass 
meine Sitzbezüge Interesse  des kleinen Nagers wecken würden, sei es als Futter oder als Material 
für den Nestbau. Schließlich handelt es sich bei meinem Bulli um mein Wohnmobil, vierbeinige
Mäuse die sich hier ein Bett bauen wollen haben keinen Zutritt.

 
 
 
 
 
 
 
 

Wo können sie nur sein?????







Zwei aufgestellte Mausefallen, eine mit Speck und eine mit Käse bestückt brachten über 2 Tage keinen Erfolg. 
Nun hörte ich von Henrik (ein Mitglied unseres Vereins), dass Mäuse gern Schokolade fressen, 
"in einer Fernsehsendung war das wohl getestet worden". Werner ein anders Vereinsmitglied, sagte; 
"ich hatte mal Erfolg mit gebratenem Speck".
Also habe ich den Harzer Roller gegen eine Portion Nutella ausgetauscht. Der Erfolg ist aber 
noch ausgeblieben.  
Bin doch nicht blöd !! 

Vielleicht hat die Maus auch  keine Zeit, muß sich um ihren 
neuen Nachwuchs kümmern, und wartet darauf, dass ich zur Taufe komme..... Mal sehn

Fortsetzung folgt.......... 


 
Henrik, seine Stühle und ein Einkaufsbummel

Vorwort: Henrik ist 25 und wenn man hört wieviel Campingstühle schon unter ihm zusammen gebrochen sind, könnte meinen er hätte erhebliches Übergewicht. Dem ist aber nicht so, er ist einfach ein sympathischer kräftiger junger Bursche ohne jegliche Fettreserve. 

Vielleicht findet sich auf diesem Weg mal ein Sponsor, der Henrik zum Test einige Campingstühle zur Verfügung stellt. Wir wären natürlich im Gegenzug bereit, für diese stabilen Stühle die Werbetrommel zu rühren.

Nun erreichte mich Henriks E-Mail vom letzten Wochenenderlebnis und deren Inhalt möchte ich Euch nicht vorenthalten.
 
 

Hallo 

Da ich ja alleine nach Heuchelheim gefahren bin, erzähle ich euch mal wie es dort war! 

Also in Heuchelheim war dieses Wochenende das Woodstock Revival, die Musik war echte super Klasse. Die Organisation liess zwar noch zu Wünschen übrig, was sich durch einen zeitlichen Versatz des Tagesablauf deutlich bemerkbar machte. 
Ich bin Freitags Abends schon da eingetrudelt habe mich erstmal auf einen 
Parkplatz gestellt, um die ganze Lage ab zu Schecken. So weit so gut - es 
hieß ja auch das Camping von Samstag bis Sonntag Umsonst ist, also suchte 
ich mir eine hübsche Ecke aus um Gudrun dort abzustellen, holte meinen dritten Campingstuhl raus, den ich von meinen Eltern geschenkt bekommen habe, und ein schön kühles Bier. Mit diesen Utensilien setzte ich mich dann direkt ans Wasser. Als der erste schluck getrunken war, war ich wohl zu schwer. 
E war passiert, der dritte Campingstuhl war hin, die Rücklehne war eingerissen. Die Leute die um mich waren guckten mich ganz entsetzt an, als ich meinen Campingstuhl so behandelte, wie Mario Basler ein Ball. Mit diesen Blicken war mir klar das in Hessen Campingstuhltreten kein Volkssport war und auch  nie werden wird. Gut also musste ich mich noch mal um Stellen, so das ich 
beim Grillen das Wasser sehen konnte. Beim Grillen viel mir ein luftgekühlter T3 mit Hochdach auf, der sich auch mehrmals umstellte, nur dass er zum Schluss direkt am Wasser stand. Toll und ich nicht!! 

Gut dachte ich mir, eben noch das Bier leer trinken und den Grill gut weg stellen, dann gehste da mal hin. Gedacht getan. Ich dort hin; fragte die Fahrerin, eine sehr stabile Hippiedame, wie Sie den hier auf diesen Platz gekommen sei. Nach der Erklärung dachte ich mir, wäre ja toll am Wasser 
zu stehen, also gut - Gudrun stand dann direkt am Wasser neben dem Bus  der Hippiedame. Ein Bus verbindet halt. Dann haben wir uns erstmal vorgestellt noch ein bisschen gesabbelt, ein paar Bier kühlten noch meine glühende Kehle ab und dann war erstmal Schlafenszeit angesagt. 

Samstags morgens ohne Campingstuhl, das kann es ja nicht sein, also gut! Mit zwei Spanngurten ersetzte ich die Rückenlehne. Es war zwar ein bisschen unbequem, weil die Sitzfläche ohne originale Rückenlehne tief durch hing und die neue Rückenlehne sehr steif war, aber es ging. Dann passierte es! Unmittelbar nach dem Frühstück!! Es machte kreezzzzz!! Ein gelächter Brach aus und nicht von meiner Seite aus. Nein es waren Ela, die Hippiedame, und ihre Beifahrerin Sille. Ich fand es nicht lustig in einem 45 Grad Bogen zu sitzen, denn die rechte Seite von meiner Sitzfläche hat sich mal gedacht sie spielt Rückenlehne. 

Nett und freundlich, wie meine Nachbarn waren fragten Sie mich, ob Sie mir einen Campingstuhl mit bringen sollten, wenn Sie einkaufen gingen. Kurzer Hand entschloss ich mich mit einkaufen zu gehen. Nach 2,5 km Fussmarsch, das erste Geschäft Wohn Mit oder so, die beiden Mädels kauften sich dort ihre Grillkohle nur Campingstühle gabs dort nicht und eine Luftmatratze für Sille auch nicht. Macht ja nix laufen wir halt weiter. Es waren ja nur 2km. OBI es gibt da doch nicht alles. Schräg gegenüber Praktiker. 75% auf Camping und Gartenmöbel. Gut. Ich hatte die Auswahl zwischen Stapelstuhl in Weiß, Braun oder Blau. der braune und der blaue waren das gleiche Modell und bequemer wie der weisse, also Stand ich an der Kasse mit dem blauen Stapelstuhl, bis man mir dort sagte den kann man nicht Einzeln kaufen, nur als Set! Den braunen Stuhl konnte man einzeln Kaufen, dies tat ich nicht. Nun Stand der Rückweg an, ich durfte die Grillkohle mit Grillanzünder tragen, Sille ihre Luftmatratze,es war eigentlich ein blaues Krokodil und Ela trug 
mein weissen Stapelstuhl. Ein Bild für die Götter. Ela und Sille wechselten sich ab. Sille mit dem Stapelstuhl auf dem Kopf holte unterwegs erst mal Ihr Frühstück nach indem Sie Beeren ammelte, die übrigen Beeren kamen oben auf den Stapelstuhl, sah super Lustig aus wie in Afrika nur das die da keine weissen Stapelstühle auf dem Kopf getragen werden, sondern Töpfe. Wieder angekommen, da musste ich erst mal 2 Stunden Grillen, zwar nur 2 Würstchen, aber mein Grill wollte halt nicht ganz so schnell. Es war fast 14Uhr, also Happy Hour am Getränkestand fast vorbei, aber da ich mich beeilte bekam ich noch die Gelegenheit 2 Bier zum Vorzugspreis zu bekommen, dabei lernte ich Markus kennen. Dann fing auch endlich irgendwann die Musik an. 
Nach einer gewissen Zeit stellte sich heraus das sich meine Nachbarn und der Markus kannten. Wir feierten dann schön zusammen. Bei Ela und Sille trudelten dann noch Emelie und Mojca ein, wo ich mir da schon dachte wollen die alle da noch mit in dem Bus pennen. Na ja so weit so gut irgendwann war die Live-Musik am End. Wir gingen dann zu unseren Bussen und machten 
dann erst mal den Grill an. Markus und Ela holten ihre Trommeln raus. Nach einer Zeit verschwanden, dann alle in den Fahrzeugen. 

Ihr habt einfach was verpasst! Ich war dabei! 
Mit freundlichen Grüßen 
Henrik 
 
Freilingen hoch drei







Am 11.07.2003 sollte es mit unseren Bullifreunden aus Recklinghausen an den Freilinger See gehen. Da aber mein Wohnort (Gummersbach) und Recklinghausen eineinhalb Bulliautostunden auseinander liegen, macht es für mich nicht immer Sinn, die Wegbeschreibungen für die Ruhrpottler zu benutzen. Aus diesem Grund schaute ich schon Tage vorher in meinen
Autobahn-Kompaktatlas, um die schnellste Strecke raus zu suchen.

"Oh, prima!", dachte ich, "Ist ja gleich hier um die Ecke. Einfach nur die B256 runter fahren, zwischendurch auf die B8 wechseln und in nicht mal zwei Stunden ist man da." So weit so gut.. 

Der Freitag kam und obwohl meine Freundin und ich den ganzen Tag frei hatten, fuhren wir "schon" um 18:30 Uhr nach hektischem Packen und Bulli-Gardinen-Vergessen los. Nach einer angenehmen und sonnigen Fahrt durch schöne Alleen und grüne Berge kamen wir dann auch schließlich in Freilingen an. Von Weitem sahen wir schon den See. Direkt daneben war dann auch der Campingplatz mit dem großen Schild 'Campingplatz Freilingen' über der Einfahrt. "Endlich mal den Weg sofort gefunden!", dachte ich mir. Freudig hüpfte ich aus dem Bulli zu dem Kassenhäuschen des Campingplatzes. Auf meine Frage, ob denn hier vor ein paar Stunden ein ganzes Rudel VW-Busse vorbei gekommen sei, hatten wir eigentlich eine etwas andere Antwort erwartet.. "Nö, kein einziger."

Reichlich verdutzt zeigte ich auf den 50 Meter entfernten See und fragte, ob das denn nicht der Freilinger See sei. "Es gibt keinen Freilinger See. Das da ist der So-Und-So-See". Den genauen Namen weiß ich nicht mehr, aber der Pförtner nannte dann noch ein paar andere Namen. Hmm.. komisch.. nagut. Fahren wir halt mal ein bisschen weiter, dachten wir uns dann. Da kam dann
aber kein Camping-Platz mehr. Dafür standen wir nun ganz in dem Dörfchen Freilingen. Also erst einmal einen kurzen Stop eingelegt. Sabrina rief "Old Daddy" Werner an und ich lief die Straße hinunter, um einen von den Eingeborenen nach dem Weg zu fragen. Auch das hat wenig gebracht, keiner hier hat schonmal den Namen 'Freilinger See' gehört. Ja kennen die Leute hier denn nicht einmal ihr eigenes Dorf? Also wieder zum Bulli und hoffen, dass Werner uns weiterhelfen konnte..

Supie, alles klar. Werner hat uns den Weg beschrieben. Durch den Ort Freilingen hindurch und danach Richtung Reetz. Hinter Freilingen den steilen Berg hoch fahren und danach links. Hmm.. prima. An dem Berg stehen wir ja direkt. Also Schwung geholt und im zweiten Gang den Berg rauf. ;-) Oben angekommen stellten wir fest, dass es hier weder Reetz, noch ein links gibt. Also folgten wir dem Straßenverlauf eine Weile. Schließlich kam eine Kreuzung. Dort gab es zwar immer noch kein Reetz, aber dafür ein Elz. Hmm.. vielleicht haben wir das Wort wegen der schlechten Funk-Verbindung ja falsch verstanden. Fahren wir halt in Richtung Elz. Die Kilometer strichen in's Land..

Weil aber immernoch nirgends ein Campingplatz zu sehen war, kehrten wir irgendwann um. Wieder durch Freilingen durch zurück zu dem See. Diesmal versuchten wir, ein wenig um den See herum zu fahren. Auch hier gab es weit und breit nichts, was nach Campingplatz aussah.
Also nochmal das Handy ausgepackt. In dem Moment rief Werner dann auch selber an, da unser erstes Telefonat schon über eine halbe Stunde her war. Das zweite verlief ungefährt so:

Werner: "Ja, wo steckt ihr denn?"

Ich: "Na hier in Freilingen, aber wir finden das einfach nicht."

Werner: "Wie seid Ihr denn gefahren?"

Ich: "Erst auf der B256, dann auf der B8. Welche größere Stadt ist
denn bei Euch in der Nähe?"

Werner: "Blankenheim."

(Ich brauchte ein paar Sekunden..)

Ich: "Oh."

Werner: "Wieso 'oh'? Wo seid Ihr denn?"

Ich: "Wir sind hinter Altenkirchen, Rheinland-Pfalz."

Werner zu den anderen: "Kim und Sabrina sind in Rheinland-Pfalz."

(Gelächter im Hintergrund.. auch ich musste lachen. :-) Carsten kam an den Apparat und erklärte uns  anhand seiner Karte den Weg: A48 bis Meyen und dann auf der B258 Richtung Blankenheim.)

Alles klar.. schnell mal in den tollen Kompaktatlas reingeschaut und überlegt, wie wir da hin kommen. Im Städteverzeichnis stand tatsächlich nur ein einziges Freilingen, auf der Karte war jedoch ein zweites eingezeichnet. Hmm.. muss man ja erst mal wissen. Also setzte ich mich wieder in den Bulli und erzählte Sabrina, dass ich mich da ziemlich vertan habe mit dem Weg. "Kein Problem", sagte sie, öffnete eine Flasche Bier und grinste mich an. Hmpf.. Natürlich ist das kein Problem.. SIE kann ja schon trinken.. ;-) Die anderen am richtigen Freilinger See trinken jetzt
bestimmt auch schon gemütlich. An der nächsten Tankstelle hielt ich an, um mir wenigstens ein akloholfreies Bierchen zu gönnen. Die hatten nur Clausthaler-Alkfrei.. oki.. kann man ja probieren. Eine kleine Anmerkung meinerseits: Ich bin zwar Altbier-Trinker, kann dem ein oder anderen Pils aber durchaus etwas abgewinnen. Es gibt jedoch für keinen Menschen auf der Welt irgendeinen Grund, Clausthaler Alkoholfrei zu trinken! Das Verfallsdatum war zwar ok, aber so etwas Übles habe ich noch nie getrunken. Und wenn die Luft aus dem Bauch dann wieder hoch kam, war es noch viel schlimmer. :-)

Wir machten uns dann also auf der B8 in Richtung B413. Von dort aus dann auf die A48. So langsam wurde es dunkel und nach einigem hin und her wegen einer gesperrten Auffahrt, befanden wir uns dann auch schließlich auf der A48 (sogar in richtiger Richtung) und alles
schien gut zu werden. Klar, dass das Bier auch irgendwann wieder raus aus dem Körper will und so hielten wir auf einem Rastplatz. Es war zwar kein WC angekündigt, aber um 22:30 sollte es kein Problem sein, mal kurz im Busch zu verschwinden. Um die Zeit ist ja eh niemand mehr auf den Rastplätzen..

Denkste!! Rappelvoll war das Dingen! Gerade mal zwei Parkplätze waren noch frei und alles war voll mit Menschen. Überall! Etwas unwohl war mir dann schon, als Sabrina in's Buschwerk stapfte. Es gingen halt immer wieder Männer zu zweit oder dritt in den kleinen Wald hinein. Immer Männer.. Nur Männer.. Ähm.. halt mal! Nach kurzem Umschauen kam ich zu der Erkenntnis, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche. Die Jungens hier sind alle lieb.
Da sind wir wohl in einen Homo-Parkplatz-Treff hinein gestolpert. Keine einzige Frau war unter den ganzen Leuten. Als ich dann auch mal musste, habe ich mich dann doch etwas beeilt. ;-)

Wieder auf der Bahn kam dann auch irgendwann die Ausfahrt Meyen. Ich habe mich leider mit der Richtung etwas vertan und fuhr erst ein kleines Stück in die falsche Richtung. Aber so lernten wir wieder etwas Neues.. Schon von Weitem wurden wir von vielen (Flut-)Lichtern geblendet. Da waren doch tatsächlich um 23 Uhr noch zwei Mannschaften am Fußballspielen. Das nenne ich mal eine Verlängerung..

Wir kehrten um und fuhren dann auf der B258 in die richtige Richtung, Richtung Blankenheim. Nach einer Weile sah ich im Vorbeifahren ein Schild 'Freilingen 1km' nach rechts. Nach
Carsten's Beschreibung müsste es eigentlich noch eine ganze Ecke weit weg sein, aber wenn hier das Schild steht, dann wird das wohl hier sein. "Dass es mehrere Freilingens geben kann, verstehe ich ja. Aber es ist ja niemand so blöd, und baut zwei Freilingen direkt neben einander", dachte ich mir.

Denkste, die zweite! Dort wieder das gleiche Spiel:
-"Wo ist denn hier der Freilinger See?"
-"Den gibt es hier nicht!"
-"Warum nicht?"
-"Weil der See bei dem Freilingen ist, welches noch 35km weiter
auf der B258 befindet."
Wenigstens konnte ich die Leute dort mit unserer Geschichte
ein wenig erheitern. :-)

Vom Glück geküsst setzten wir unsere Reise fort. 30 Minuten und ein paar Versuchs - Ausweich - Mänöver (bei Gelegenheit muss ich mal für ein Sportfahrwerk sparen.. ;-) ) später kamen wir dann am dritten und letzten Freilingen für diesen Tag an. Und auf einmal machte alles einen Sinn. Der Berg, das Links hinter Freilingen und Richtung Reetz. Das alles lies uns hoffen,
dass wir endlich am Ziel waren. So war es dann auch. Nach 6 Stunden hatten wir es endlich geschafft und konnten unsere Bulli-Freunde beim Lagerfeuer mit unserer Geschichte erfreuen. Sie hatten übrigends nicht einmal zwei Stunden gebraucht. Meine Abkürzungen sind schon etwas Tolles! ;-)

Viele Grüße

Kim

 
 HU.- Änderungen am Fahrzeug, Eintragungen, Rennerei ohne Ende, oder wie wird man seine Haare los.....

Es fing alles damit an, als sich Mitte 2002 mein 50 Ps Diesel Motor so langsam von meinem VW Bus Womo BJ 83 verabschiedete. Die Kompression ging in den Keller, er qualmte wie ne alte Dampflok und von Leistung war keine Rede mehr. Es stellte sich mir die Frage; Motor wieder herrichten oder Motorisierung abändern. Angesicht der Tatsache, das der Wagen komplett zum Womo ausgebaut, über ein Hochdach verfügt, und alle Familienmitglieder (einschließlich Hund) tragen muss, entschied ich mich zu einem TD. Nicht wegen der höheren Endgeschwindigkeit sondern eher wegen den Kraftreserven die mir bei der alten Maschine an Steigungen fehlte. Mit Hilfe der VW-Bus-Freunde-Recklinghausen e.V. war ein passender Motor schnell gefunden .Also schnell den Motor mit Peter geholt und auch der Umbau ging dank Jörgs Hilfe zügig über die Bühne. So konnte ich wieder rumcruisen. :o)))
Dann kam der Monat in dem meine HU fällig wurde, ideal um auch gleich den Motor eintragen zu lassen, so dachte ich. :-§
Ich entfernte alle mir bekannten Mängel und ab zum TÜV.

1. Vorführung

Als ich mein Anliegen dem Prüfer vortrug, schaute dieser in seine Unterlagen um zu vergleichen ob das Getriebe zum Motor passt .Es passte nicht, zumindest nicht was die Übersetzung anging. Das 4-Gang Getriebe vom 50 Ps Diesel ist ein klein wenig anders als das 4-Gang Getriebe eines 1,6l T Diesel. So rollte ich unverrichteter Dinge vom Platz.
O.k. dachte ich, ein passendes 5-Gang Getriebe wollte ich ohnehin nachrüsten und da es gerade eh Winter war und noch meine Auflastung auch noch auf dem Programm stand, lies ich mir Zeit. In aller Ruhe wurde dann nach einem Getriebe gesucht und auch eines gefunden und die Umbauarbeiten in der perfekt eingerichteten Halle von Robert und Ingo beginnen. Zwischenzeitlich fand sich auch ein passender Spenderbus BJ 89, aus dem wir die Vorderachse mit Bremsanlage (Schwimmsattel) entnahmen. 
Diese Teile wurden für meinen Bus BJ 83 zur Auflastung benötigt, da ansonsten nur eine Auflastung für Bullis ab BJ 86 möglich ist. Wir mussten also Vorderachse mit Bremsanlage (Festsattel) wechseln.
Allus der Marke Ronal noch drauf (die nicht ganz der Tragkraft entsprechen), mal sehen wie die Prüfer drauf sind, dachte ich. Flankenschützer (hat Peters Kumpel gebaut) dran und ab zum TÜV.

2. Vorführung

Wieder stand ich vor den heiligen Toren und bekam keinen Zugang. Stattdessen saß ich beim Prüfer (diesmal ein anderer) vor dem Schreibtisch und musste mit ansehen wie er in seinen Unterlagen wälzte, um meine Umbauten zu genehmigen.
Nach einer ¾ Stunde meinte er dann trocken, so geht das nicht. :-\
1. Das mit den Flankenschützer ginge klar.
2. Mit der Auflastung ist alles so weit o.k., bis auf die Felgen. Schade, hatte ich mir fasst gedacht 
3. Ja und für Motor und Getriebe bräuchte ich ein Gutachten von VW.
Naaa Tolllll
Ich also direkt zum VW Händler wegen dem Gutachten. „Pustekuchen“, dass können wir leider nicht ausstellen war die Antwort des Geschäftführers, da müsste ich mich direkt an die Wolfsburger wenden. Er gab mir noch schnell die E-Mail Adresse von der Kundenabteilung und ich fuhr davon. 
Zu Hause setzte ich sofort ein Schreiben auf und schickte es ab. Jetzt hieß es abwarten. 

In der Zwischenzeit besorgte ich mir passende Felgen mit Bereifung für die Auflastung
Nach einer Woche vergeblichen Wartens auf Post von VW, beschloss ich einen anderen Händler aufzusuchen, um dort mein Glück zu finden. 
Ach siehe da, es war zwar nur ein kleiner VW-Händler, aber der Geschäftführer nahm sich meiner Persönlich an.
Er begab sich zu meinem Wagen und begutachtete den kompletten Umbau, dann notierte er sich die Motor- und Getriebe Nr. und stellte mir das Gutachten aus. :-)))))))
Voll erleichtert ging es ab zum Straßenverkehrsamt zur neuen Vorführung.

3 Vorführung 

Und wieder grinsten mich die Hallentore an.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Prüfer (wieder ein anderer) öffneten sich nun auch die Tore für mich. Aber dann sollte der Hexentanz auch schon losgehen.
1. Station Lichttest:
Zu meinem Erstaunen gesellen sich jetzt noch zwei Prüfer dazu, auch noch nie gesehen.
„Ist hier ein Nest“ fragte ich mich?
Vorab muss ich noch sagen, dass ich zu den seitlichen Begrenzungsleuchten auch noch 5 Leuchten auf dem Dach und 2 unter der vorderen Stoßstange hatte, mit gelben Licht natürlich. Ein Prüfer stellte vor den Wagen, einer dahinter und einer setzte sich rein.
Als das Licht eingeschaltet wurde, fielen drei Kinnladen zu Boden. Der vordere Prüfer meinte nur noch „wir sind doch nicht in Amerika, das muss weg, „Weihnachtsbäume“ dulden wir hier nicht.
2. Station Bremsen:
Vorderbremse o.k. Feststellbremse ungenügend. ( mein Fehler, hatte vergessen nach Erneuerung der Bremsseile und der Trommeln sie noch vernünftig nachzustellen).
Ab auf die Bühne. 
Einer schreibt zwei gucken. Durchrostung und Rost suchen sie vergebens.
Dafür sind die Stabigummis und Gummis der Spurstange ausgeschlagen, bzw. spröde. Die Kabel von den seitlichen Begrenzungsleuchten sind nicht so verlegt wie der Prüfer es gerne sehen würde. Ja und nun der Hammer, für die geänderte Vorderachse bräuchten die Herren ein Gutachten von VW ob der Umbau auch so in Ordnung ist, und die Bremsanlage ausreichend für die Motorisierung wäre. Mir geht die Hutschnur hoch, konnten man es mir nicht schon bei der zweiten Vorführung sagen, die Unterlagen lagen ja vor. :-o ? brodel.
Am KAT konnte man die Typen Nr. nicht mehr so gut erkennen, tja und auf dem Typenschild der Hängerkupplung war nur der Eintrag „bis 2,8 to“ zu sehen.
Zu guter letzt fehlte an meinem Gastank noch ein so genannter Umweltstopfen.
Und so fuhr ich von dannen.
In den nächsten Tagen, nachdem ich mich wieder gefasst hatte, besorgte ich mir das Gutachten, wobei auch der Geschäftführer den Kopf fassungslos schüttelte.
Robert hatte noch den gleichen Kat mit lesbarer Typen Nr. rumliegen den wir auch gleich austauschten.
Die Kabel neu verlegt und die Lampen auf dem Dach und unter der Stoßstange entfernt.
Die Bremse nachgestellt und die Gummis erneuert.
Da ich vom Hersteller kein neues Typenschild für die Hängerkupplung bekommen konnte, musste ich bei der nächsten Vorführung eine Einzelbauabnahme machen lassen.

Der Umweltstopfen

Ich zum Camping-Zubehör wegen des Stopfens. Nach nur 30 Min.!!! und Begutachtung eines neuen Tanks die Lösung.
Der sogenannte UMWELTSTOPFEN entpuppte sich zu einem Blinddeckel der das Gewinde des Überdrucksventils abdeckt und wegfliegt wenn sich das Ventil mal öffnen sollte.
Der Stopfen sah aus wie der Deckel einer Smarties- Dose. Kann man nicht nachkaufen, da er nur bei einem neuen Gastank oder bei einem neu geprüften Tank vorhanden ist. 
Zum Glück lag noch ein alter Tank in der Ecke an dem dieser ach so wichtiger Stopfen noch vorhanden war.
Abgezogen, an meinen Tank aufgesteckt .Fertig zur neuen Vorführung.

4. Vorführung 

Da ich bei der letzten Vorführung eine detaillierte Mängelliste bekommen hatte, erwies sich diese Prüfung als recht einfach.
Erfreulicherweise ist jetzt alles o.k., nur noch die Einzelbauabnahme für die Anhängekupplung. Kosten schlappe 86,00 € und wofür??
Die Gewichtseintragungen auf dem Typenschild werden durchgeixt und auch die Nr. am Kupplungskopf. Dafür wird eine neue Nr. auf der anderen Seite eingeschlagen. Arbeitsaufwand keine 5 Min.
Tolle Einnahme, damit mache ich mich selbstständig dachte ich mir. ? ?
Plakette drauf  und fertig.
So, nun nur noch einen neuen Fahrzeugschein ausfüllen lassen und dann haben wir es.
Also Wagen rasch geparkt und hoch ins Amt, toll das hier alles zusammen liegt.
Flott angemeldet, Nr. gezogen und SCHOCK!!!! 58 Leute sind vor mir und kein Kaffeeautomat ächzt. Nach zwei Stunden hab ich auch die Hürde genommen und verlasse erleichtert das Gelände.
Mein Fahrzeugschein gleicht jetzt einem Roman, und sollte ich noch mal Eintragungen vornehmen müssen, dann nur noch bei der DEKRA;-))

Viele Grüße

Micha.

 
 Kleine Bulliwochenendgeschichte

Besuch bei meiner Freundin Angi in Münster

Am Freitag kommt mir, nachdem ich von der Autobahn in Münster über den Zubringer runter komme, ein LKW auf meiner Spur mit Schmackes entgegen.
Ich lebe noch, weil ich voll auf den Gehweg gebrettert bin, auf dem Gott sei Dank kein Radfahrer fuhr und kein Pkw parkte. 

Am Campingplatz Stapelskotten nutzten wir Samstag das schöne Wetter für einen schönen Spaziergang die Werse lang.
Am Nachmittag nach Geschäftsschluss wieder in Münster -PARKPLATZSUCHE!!!!!!!!!!!!! mit einem T4 -  eigentlich schon Strafe genug. Anreise Recklinghausen - Münster ca. 35 Min  (kein Problem) - Parkplatzsuche ca. 40 Min.; (großes Problem). Also Parkplatzsuch-Rallye um Angi`s Wohnblock. Nach viermaligen umrunden des Blocks steigt erst meine und dann die Temperatur meines Bullis. Die rote Lampe geht an, nicht meine, die war schon durchgebrannt.

Wo anhalten??? Absolut keine Möglichkeit, der Zeiger klettert, von der Stirn tropft Schweiß. Dann ein Parkplatz vom Extra-Markt. Sofort drauf, doch zu spät, der Ausgleichsbehälter blubbert und bläst ab. Ein Bach aus grünem Kühlwasser läuft dampfend über den Parkplatz. Die Haube auf; es sieht aus wie in der Finnischen Sauna. 

Ich stehe sofort unter Schweiß (Angstschweiß), fange an zu rechnen (Kopfdichtung wechseln + Kontostand = Pleite = 0 Diät). Der Schweiß sammelt sich und läuft langsam durch eine bestimmte Furche,   "jeder kennt das Gefühl". 

Angi versucht, eine Werkstatt zu bekommen während ich den ADAC anrufe. Werkstätten alle zu, aber der gelbe Engel vom ADAC kommt in einer Stunde. 

Pause!!!!!!!!!! Kurzes Gespräch mit Vereinskollege Peter aus Dülmen (der sich sofort anbietet zu kommen, wenn der ADAC Mensch nichts findet). Schönes Gefühl, so eine Bullifamilie zu haben. Martin meldet sich auch sofort und empfiehlt eine Werkstatt. Bulli abgekühlt, ich schalt ihn ein und er läuft ganz sauber. Stein fällt vom Herzen (noch klein). 

Gegenüber im zweiten Stock geht ein Fenster auf, Rentner mit Fernrohr…

Jetzt kommt der ADAC mit einem Abschleppwagen – großer LKW - (Stein springt wieder hoch). Er zieht den Kühler hoch, misst den Lüfterschalter, es kommt kein Strom an. Leitung verfolgt, Sicherung vom Lüfterrelais platt (Stein fällt wieder runter). 

Maggy (auch Vereinsmitglied) ruft an!!!!! Wir liegen hier an der Krombachtalsperre schauen in die Abendsonne und wollen Dich ein bißchen neidisch machen, hehehe …. Voll gelungen;-)) 
 

Der ADAC Mann wechselt die Sicherung. Lüfter läuft nicht. Relais durchgemessen, Diagnose Relais platt. Fein, kein Problem, zwei Drähte mit Sicherung in die Relaisfassung, Lüfter läuft und man braucht nach der Fahrt nur die Sicherung ziehen, damit der Lüfter wieder steht. 

Der Samstagabend war gerettet.

Rentner am Fenster zieht sich enttäuscht zurück….

Ein ruhiger Sonntag folgte wieder am Campingplatz mit Kaffee und Kuchen. Zwischen unseren Bullis Tisch und Stühle raus, Besuch von Angi´s Familie und Katja und Hans (Bullifamilie). 

Dann am Montag zum VW – Händler in Münster. Riesiges Gebäude, lange Gänge im Ersatzteillager, aber kein Relais. Noch nieeeeeeee gesehn, kenn ich nich, is kein Original, fahrn se ma nach Bosch. Nun  frag ich Euch was fahr ich, einen VW-Bulli  oder einen Bosch???? 

Bei Bosch!!!!!!! Ne ham wa nich, komisches Ding, is von Siemens (ich fahre
also einen Siemens-Bulli;-)) 

Ich frag, was soll ich machen????? Ja, so zu fahren wäre nicht gut, der Motor könnte kaputt gehen. Moment, bin gleich wieder da. Er kommt wieder und strahlt, Relais haben wir gemessen, ist nicht kaputt, können sie wieder einbauen. 

Ich denke an den ADAC Mensch, dem ich vor lauter Freude 10 Euro zugesteckt
habe, weil "nur" das Relais platt war. 

Ich bau die Brücke aus, das Relais ein, lass den Motor laufen, er fängt an zu kochen… ich auch, Relais raus, Brücke rein. 

Wieder rein zu Bosch, bettele, dass sie mir den Bulli noch nachsehen, mein Flehen wird erhört (Dackelblick). 

Ein paar bange Stunden, dann 20 Min. vor Feierabend der Anruf "es ist nur eine Sicherung platt". 

Als ich komme, hebt der Meister die Haube und zeigt mir die Stelle, an dem sich die Sicherung versteckt. Kann kein normaler Mensch finden; hab ich auch noch nicht gesehen. 
Ich zahl 24,90 €  und bin ein zufriedener Bullifahrer, der nur noch nach Hause will. 

Dann mit 170 auf der Autobahn knickt mir der rechte Scheibenwischer weg, die Mutter hatte sich irgendwie gelöst, Reparatur auf dem Parkplatz gelingt, nachdem ich meinen Werkzeugkoffer umgeworfen und alles wieder eingesammelt habe. 

Aber sonst war es ein schönes Wochenende bei Angi in Münster.

Viele Grüße 

Euer Werner